Lehrveranstaltungen

 

Projektionsflächen – die Leinwand im Kino, Spiegel Tafel oder Fenster zur Welt?

Wintersemester 2011/12 (Seminar im Aufbaumodul Medientheorie, HBK Braunschweig)

Kein Kino kommt ohne sie aus – und dennoch wird der Leinwand innerhalb der Filmwissenschaft kaum Aufmerksamkeit zuteil. Wir wollen uns im Seminar zunächst anhand der Leinwand die Veränderungen im Kino ansehen (zunehmende Größe der Leinwand, Beschichtungen, gebogene Leinwand, 3D) und diese Entwicklungen mit den verschiedenen Metaphern, die immer wieder im Bezug auf den Film und die Leinwand entwickelt wurden, kurzschließen. Neben dieser Dispositiv-Geschichte  stehen aber auch spezielle Aspekte des Expander Cinema im Zentrum, bei denen die Leinwand, bemalt, beschrieben, zerschnitten oder einfach weggelassen wurde.


Filmarbeit 2

Wintersemester 2011/12 (Übung im BA/MA), HBK Braunschweig)

Dass Filme universell verständlich seien und es eine Art Filmsprache gäbe, die bei korrekter Anwendung funktioniere und somit auch vermittelt werden könnte, ist ein Mythos, der höchstens auf das zeitgenössische Angebot kommerziell ausgerichteter Mainstream-kompatibler Filme zutrifft. Dabei gibt es einen großen Teil der Filmgeschichte und auch des aktuellen Filmschaffens, das sperrig, weniger leicht zugänglich und irgendwie "schwierig" scheint: Stumm- oder Experimentalfilme wie auch Filme aus weniger bekannten Ländern. Der Schlüssel zu diesen Filmen liegt oft im Erwerb von Kontextwissen – der Kenntnis historischer Zusammenhänge, vergleichbarer Filme und konzeptueller Hintergründe, sowie in einer prinzipiellen Offenheit zunächst fremd wirkenden Filmformen gegenüber.

"Filmarbeit" bezeichnet hier nicht die ausführliche Filmanalyse, wie sie bspw. Thierry Kuntzel unter diesem Begriff betrieb, sondern die Arbeit mit dem Film sowie die Arbeit des Films am Rezipienten. Fremdheit und Unverständnis sollen nicht "wegerklärt" werden, viel mehr steht ein "produktives Unverständnis" im Vordergrund. Das bedeutet, dass die möglichen Stolpersteine artikuliert werden, nach Sinn und Zweck des Films jenseits persönlicher Vorlieben gefragt  und die eigene Haltung dazu reflektiert wird.


Exkursion: Berlinale

Wintersemester 2011-2008


Über das Unzeigbare: Der Holocaust im Film

Sommersemester 2011 (Seminar für BA und MA, HBK Braunschweig, gemeinsam mit Tobias Rahne)

Ist der Holocaust im Filmmedium darzustellen, nachzustellen und sichtbar zu machen?  Können die Filmformate diesen kaum vorstellbaren Prozess einer solch umfassenden Auslöschung wirklich bearbeiten, ihn transportieren und vermitteln, ihn womöglich gar verarbeiten und aufzuarbeiten helfen?

Eine ganze Reihe unterschiedlichster Filme hat sich in den letzten Jahrzehnten mit dieser Frage auseinandergesetzt. Dabei handelt es sich sowohl um aufklärende Dokumentation und wissensgeleitete Spurensuche mit den Möglichkeiten des filmischen Mediums, auch aber um die Gefahr der verharmlosenden Fiktionalisierung dieser Zäsur in der neueren Geschichte.

Das Seminar fragt nach den Strategien der filmischen Annäherung: Welchen Status können wir unterschiedlichen Genres in der analytischen Beurteilung zuschreiben?

Wo führen allzu bewusste Idealisierung und Emotionalisierung in fiktionalen Filmen zur unterhaltsamen Verfälschung? In welch anderen Möglichkeiten hingegen agieren dokumentarische Ansätze zwischen dem erprobten Zeigen der furchtbaren KZ-Bilder und dem Integrieren anderer Zugänge und Zeugenschaften?

Welchen besonderen Status haben die Filmmaterialien aus unmittelbarer Nähe zum Geschehen: Materialien der amerikanischen oder sowjetischen Kameraleute in dem Gefolge der alliierten Armeen sowie die nationalsozialistischen Aufnahmen aus den besetzen Gebieten im Osten? Inwiefern kann Film eine Zeugenschaft innehaben? Fragen, die eine besondere Herausforderung an die Filmanalyse stellen und oft nur in den seltensten Fällen eindeutig beantwortet werden können.

Zu dem Seminar wird ergänzend eine Exkursion nach Krakau und Auschwitz angeboten.


Filmarbeit

Übung (BA) und Projektseminar (MA) im Sommersemester 2011, HBK Braunschweig.

Dass Filme universell verständlich seien und es eine Art Filmsprache gäbe, die bei korrekter Anwendung funktioniere und somit auch vermittelt werden könnte, ist ein Mythos, der höchstens auf das zeitgenössische Angebot kommerziell ausgerichteter Mainstream-kompatibler Filme zutrifft. Dabei gibt es einen großen Teil der Filmgeschichte und auch des aktuellen Filmschaffens, das sperrig, weniger leicht zugänglich und irgendwie "schwierig" scheint: Stumm- oder Experimentalfilme wie auch Filme aus weniger bekannten Ländern. Der Schlüssel zu diesen Filmen liegt oft im Erwerb von Kontextwissen – der Kenntnis historischer Zusammenhänge, vergleichbarer Filme und konzeptueller Hintergründe, sowie in einer prinzipiellen Offenheit zunächst fremd wirkenden Filmformen gegenüber.

"Filmarbeit" bezeichnet hier nicht die ausführliche Filmanalyse, wie sie bspw. Thierry Kuntzel unter diesem Begriff betrieb, sondern die Arbeit mit dem Film sowie die Arbeit des Films am Rezipienten. Fremdheit und Unverständnis sollen nicht "wegerklärt" werden, viel mehr steht ein "produktives Unverständnis" im Vordergrund. Das bedeutet, dass die möglichen Stolpersteine artikuliert werden, nach Sinn und Zweck des Films jenseits persönlicher Vorlieben gefragt  und die eigene Haltung dazu reflektiert wird.

Die Übung wird von den TeilnehmerInnen des diessemestrigen Projektmoduls im MA konzipiert und durchgeführt. Das Projektmodul ist die Fortsetzung des Seminars „Teaching different films differently“. Thematisch wird es sich mit den Filmen der Berliner Schule beschäftigen.


Seminar: Typografie und Bewegung

Sommersemester 2011-2006, (Master-Seminar und Bachelor-Seminar Hochschule für Kunst und Design Luzern)

Theorie, Geschichte und Analyse von Schrift im Film anhand unterschiedlichster Beispiele.


Therrorize it! Film zwischen Kultur und Widerstand bei Jean-Luc Godard

Wintersemester 2010 (Master-Seminar, HBK Brunschweig)

Über kaum einen zeitgenössischen Regisseur werden so viele wissenschaftliche Texte und Bücher publiziert wie über Jean-Luc Godard. Seine Filme haben ein halbes Jahrhundert Filmgeschichte in den unterschiedlichsten Bereichen geprägt, für viele Kritiker, Theoretiker und Regisseure bleibt er einer der wichtigsten Bezugspunkte. Das wird sicher auch Ende des Jahres in den Feuilletons wieder betont, wenn Godard 80 Jahre alt wird. Dabei hat er immer wieder auch versucht, sich den gängigen Wegen der Filmherstellung und -distribution zu verweigern. Ende der 60er arbeitete er in Filmkollektiven, in den 70ern für das Fernsehen und gegenwärtig erscheinen in loser Folge Videoessays, die immer wieder auch Gegenstand von Ausstellungen sind. Seine filmischen Auseinandersetzungen mit Politik und Kultur veranlasste den französischen Filmkritiker Serge Daney zur der Parallele von Terrorisieren und Theoretisieren. Und in der Tat, es ist nicht immer leicht, Godards Filmen zu folgen, zu einem großen Teil sind sie Collagen aus Referenzen und Zitaten zu Literatur, bildender Kunst und Philosophie, die aus Filmschnipseln, abgefilmten Bildern, Schriftinserts und Spielszenen bestehen. Film ist für Godard eine Form, die denkt, wie er im Interview mit dem Philosophen Ishaghpour betont.

Im Seminar wollen wir uns dieser Form näheren und uns dabei besonders die bisher weniger beachteten Filme Godards aus den 70er Jahren und den letzten beiden Jahrzehnten genauer ansehen. Da diese Filme durchaus ungewohnt sind, steht im Seminar nicht nur die Analyse im Vordergrund, sondern es geht prinzipiell auch um die Frage, wie man mit solchen Filmen umgeht, die voll sind mit Zitaten und Verweisen, von denen Godard selbst nicht immer weiß, wo sie herkommen und wo sie hinzeigen. Selbst professionelle Filmrezipienten ließ Godards neuester Film in Cannes dieses Jahr ratlos zurück.Offenheit und Freude an der Diskussion sind daher wichtiger als Kennerschaft.


Teaching different films differently

Wintersemester 2010 (Master-Seminar, HBK Brunschweig, gemeinsam mit Heike Klippel)

„Andere Filme anders zeigen" – „showing different films differently“ war das Motto, mit dem die Kommunalen Kinos in den 70er Jahren angetreten waren, um einem interessierten Publikum Produktionen jenseits des Mainstream zu zeigen. Der Fokus lag auf einem differenzierten Programm mit regionalen Schwerpunkten, Einführungen und Diskussionsveranstaltungen. Der Bedarf für diese Art der Präsentation ist gegenwärtig vielleicht höher als je zuvor, werden diese Filme doch gerne mit dem Etikett „schwierig“ belegt. Die Bereitschaft, sich "schwierige" Filme anzusehen, sinkt zunehmend, immer weniger Filme des sogenannten Weltkinos kommen in Deutschland in den Verleih, europäische "Arthouse-Produktionen" verstopfen Programmkinoplätze und Möglichkeiten, unbekannte und ungewohnte, aber auch historische Filmformen zu zeigen. Denn als "schwierig" gilt meist, was nicht bekannt ist und dazu gehören neben Experimentalfilmen und eigenwilligen Dokumentationen auch ältere Filme, deren filmische Gestaltung heute mangels Seh-Erfahrung nicht mehr geläufig ist.

Im Seminar wollen wir darüber sprechen, wie man mit diesen Filmen umgehen kann. Wir wollen nicht demonstrieren, wie man diese Filme "lehrt", sondern gemeinsam an Beispielen in Text und Bild ausprobieren, wie Filmvermittlung in diesem Bereich heute aussehen könnte. Geplant ist auch, bei entsprechendem Interesse im folgenden Semester ein Projektmodul anzuschließen, in dem die Erkenntnisse in Seminarform in einer Übung des BA angewandt werden.


Filmkritik: Daumen hoch, drei von fünf Sternen und wenn Ihnen dieser Film gefällt, dann werden Sie dieses Seminar nicht mögen.


Die Filmkritik ist weltweit überwiegend zum Erfüllungsgehilfen der großen Studios geworden. Wer das Privileg bekommt, ein Interview mit einem Star zu führen, wird sich das nicht dadurch wieder zunichte machen, indem man eine schlechte Kritik schreibt. In vielen Fällen werden die Filme der Presse nicht einmal mehr vorgestellt, da man Einnahmeverluste durch eine negative Kritik befürchtet. Till Schweiger sagte dazu selbst in einem Interview: "Die richtige Filmkritik und Unterhaltungskino aus Deutschland, das geht nicht zusammen. Die Kritik hat das Recht, meinen Film schlecht zu finden, aber genauso habe ich das Recht zu sagen, ich zeige meinen Film nicht, weil das kostet Geld zur Vorführung." An einem Diskurs ist man nicht mehr interessiert, und nur noch wenige Filmzeitschriften wie bspw. die "Cahiers du cinéma" aus Frankreich leisten sich überhaupt den Luxus, bestimmte Diskussionen und Filme über mehrere Ausgaben hinweg im Gespräch zu halten und immer wieder darauf zurück zu kommen.

Im Seminar wollen wir den Blick für die Möglichkeiten der Filmkritik an besonderen und ungewöhnlichen Beispielen schärfen. Die Filmkritiken werden dabei vor der geschichtlichen Entwicklung der Filmkritik (hauptsächlich in Deutschland) betrachtet, von dem beginnenden Nachdenken über eine eigenständige Kunstform in den 10er und 20er Jahren über die Autorenfilmdebatte der 60er und 70er Jahre bis hin zu aktuellen Kritiken und Formen. In der dazugehörigen Übung wollen wir dann an ausgewählten Filmen selbst versuchen, Filmkritiken zu schreiben. Gegenstand wird dabei allerdings nicht das Blockbusterkino sein, sondern die kleineren Filmproduktionen, die versuchen, andere und neue Wege zu beschreiten. Das Ziel ist es dabei nicht, die TeilnehmerInnen zu Filmkritikern auszubilden, sondern anhand der Schreibübungen sich klar zu werden über die Schwierigkeiten, die entstehen, wenn man eigene Meinungen formulieren muss. Es geht dabei auch darum, wie man Filme diskutiert, die sich einem möglicherweise erst einmal nicht erschließen – und dass bei einer Filmkritik der Diskurs über und mit dem Film im Vordergrund steht und nicht ein abschließendes Urteil in Form eines Daumens oder von ausgemalten Sternen.


Seminar & Übung: Kriegsfilm

Wintersemester 2010, zusammen mit Prof. Dr. Nohr

Als Filmgenre gehört der Kriegsfilm mit zu den ältesten der Filmgeschichte. Je nach Entstehungsjahr und Anliegen stehen und standen dabei verschiedene Aspekte im Vordergrund: neben der Konstitution des "Vaterländischen" und Nationalen (bspw. "Birth of a Nation" (USA 1915, D.W. Griffith) standen auch die Rekursion auf das Historische oder der besondere visuelle Reiz des Kampfes und der Schlacht als Motivation für filmische Versionen des Krieges Pate. Häufig treffen wir daher die Motive von beispielsweise der Massenszene oder des anonymen Soldaten – der entweder folgsam oder glorreich eigenwillig in die Schlacht zog – in der Filmgeschichte an. Im Sinne der klassischen Heldenreise figuriert die Erzählung vom Soldaten, der im Krieg erst „erwachsen“ wird dabei nicht nur eine beliebte narrative Figur des Blockbuster-Kinos, es entwickelt sich hier auch eine diskursive Spur beispielsweise der filmischen Idee des männlichen und politischen Körpers: sei es der muskelbewehrte persönliche Feldzug des "Rambos", ("First Blood", USA 1982, Ted Kotcheff) der selbst am Besten wusste, wie man despotische Regierungen zu Fall bringt oder sei es die (christliche Ikonografien anrufende) Überstilisierung des sterbenden hochmoralischen Opfergängers in einem bösen Krieg („Platoon“, USA 1986, Oliver Stone) .


Das Anliegen des Seminars ist nicht, einen historischen Überblickt über den Verlauf und die Entwicklung dieses Genres zugeben, sondern anhand ausgewählter Beispiele verschiedene Aspekte von Kriegsfilmen zu thematisieren. So ist das zum Einen die sich verändernde Ästhetik der Darstellung von Schlachten, aber auch der Einfluss von Visualisierungen und Berichterstattungen in Medien wie Internet und Fernsehen, die ihren Niederschlag in der Ästhetik von Kriegsfilmen finden.


Exkursion: Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Sommersemester 2009, 2006, 2005, zusammen mit Prof. Dr. Klippel

Hauptinteresse der Exkursionen lag auf der Frage, wie man Filmprogramme und Festivals kuratiert.


Seminar: Zugedeckt und eingeschlichen: Schrift im Film

Sommersemester 2009 (Universität Paderbron)

Sommersemester 2005 (Hauptseminar, HBK Braunschweig)

Ob als industrieller Zwang, (Vor- und Abspann), Behelfsmittel (Zwischen- und Untertitel) oder künstlerisches Stilmittel (im Autoren und Experimentalfilm), die Einsatzmöglichkeiten der Schrift im Film sind vielfältig. Aber kaum ein Element der Filmgestaltung war und ist auch so umstritten. Dabei sagt der Einsatz von Schrift im Film (bzw. die Strategie zur Vermeidung derselben) viel aus über das jeweilige Verständnis von Film selbst. Das Seminar untersucht zum Einen das Verhältnis von Schrift und Bild in der Filmgeschichte bis hin zu den neuen Medien, im Vordergrund stehen aber auch die verschiedenen Schriftmetaphern, die immer wieder im Diskurs über dieses Medium benutzt wurden (caméra stylo, Autorenfilm, Filmtext etc.)


Seminar: Exposition im Film

Sommersemester 2009, in Kooperation mit der Dramaturgin mit Iris Leister

Der Anfang ist immer am Schwersten. Sowohl von Seiten der Kreativen als auch der Rezipienten: Wie finde ich den richtigen Anfang, wie treffe ich den richtigen Ton? Welche Fährten muss ich legen und wann gebe ich welche Eigenschaften der Charaktere preis? Aber auch: In welchen Stufen werde ich in den Film "hineingezogen", ab wann vergesse ich meine Umwelt und konzentriere mich nur noch auf die Geschichte? Welche Informationen aus der Exposition benötige ich später noch?

Sowohl in der Dramaturgie als auch in der Filmtheorie stellt der Filmanfang aufgrund dieser Fragen und Probleme ein interessantes Arbeitsfeld dar, das in diesem Seminar gemeinschaftlich aus der Perspektive von Theorie und Praxis untersucht werden soll. Die TeilnehmerInnen verfassen dabei selbst Filmanfänge und reflektieren ihren Erfolg in Gruppendiskussionen.


Seminar & Übung: Geschichte des französischen Kinos

Wintersemester 2009, in Kooperation mit Catherine Jaeger vom Sprachenzentrum der TU Braunschweig

Das französische Kino nimmt in Europa eine Sonderrolle ein. In kaum einem anderen europäischen Land werden so viele unterschiedliche und erfolgreiche Filme produziert und auch gesehen wie in Frankreich. Das hängt nicht nur mit den speziellen Fördermaßnahmen und Quotierungen zusammen, sondern auch mit der besonderen Stellung des Films als Kulturgut.

Das Seminar bietet einen ersten Überblick über einige der wichtigsten französischen Filme und Filmtheorien und möchte anhand der Beispiele den Blick schärfen für länderspezifische Unterschiede. Neben der Filmgeschichte stehen daher auch kulturelle Eigenschaften und Besonderheiten im Vordergrund, die mitunter entscheidend für das Verständnis der Filme sowie generell der Filmlandschaft Frankreichs sind.


Seminar: Paratexte in den Medien – Vom Vorspann über das Merchandising zum Popcorn

Sommersemester 2008

Paratexte kommunizieren mediale Produkte. Wir rezipieren kaum einen Film oder eine TV-Sendung ohne Vorwissen drüber, das wir in Kritiken, Trailern, Preisverleihungen, Making-Offs oder bei MacDonalds erworben haben. Wie aber beeinflussen diese Paratexte unser Verständnis vom jeweiligen Produkt? Welche Konzepte stecken hinter den verschiedenen Ausformungen? Das Seminar möchte die verschiedenen Paratexte genauer untersuchen - vom Programmheft im Stummfilm, über sendeverbindende Clips im TV, Trailer und Filmwerbung, bis hin zu DVD-Exras und den Trailern bei imdb. Der ursprünglich aus der Literaturtheorie stammende Begriff wurde schnell von der Medienwissenschaft adaptiert, wir wollen aber anhand der einzelnen Beispiele immer auch die Frage nach der sinnhaftigkeit der paratextuellen Kategorisierung stellen.


Seminar & Ringvorlesung: Tod im Kino

Wintersemester 2007, Seminar und Ringvorlesung zusammen mit Prof. Dr. Klippel

Walter Serner erklärte 1913 den Siegeszug des Kinos mit der Schaulust: „Jene Schaulust, die leuchtenden Auges vor dem flammenübergossenen Troja stand und in den wilden Prunkfesten der alten Welt, die beim Licht der lebenden Fanale Neros promenierte und dem brennenden Rom das rote Lied von Blut und Feuer sang – sie ist es, die das Volk wie besessen in den Kino reißt.“

Nahezu seit Beginn der Filmgeschichte hat der Film mit Vorliebe das Sterben inszeniert. Und bis heute, so scheint es, ist der Tod eines der beliebtesten Narrative im Kino geblieben – vielleicht, weil er auch für das eigene Leben den einschneidendsten Wendepunkt darstellt und der Spielfilm ganz besonders zur Identifikation einlädt. Es dauerte auch gar nicht lange, da reichte es nicht mehr, nur gestorben zu sein, und die Untoten wanderten über die Leinwand – teilweise, ohne daß sie es selbst merkten (in Carnival of Souls, neuerdings wieder ein Thema in Filmen wie The Sixth Sense oder The Others) oder auch zugaben (wie der tote Erzähler in Billy Wilders Sunset Boulevard).

Im Experimentalfilm wurden Tod und Vergänglichkeit auch über das Material thematisiert: Kratzer, Risse und sich ablösende Emulsion kündeten immer auch von einer Sterblickeit des Films selbst. Und Stan Brakhage wollte in The Act of Seeing with One’s Own Eyes ganz genau hinsehen und filmte eine halbe Stunde lang die Autopsie an verschiedenen Leichen.

Die Faszination des Todes ist im Kino bis heute ungebrochen: in allen erdenklichen Variationen befördert das Actionkino seine Protagonisten ins Jenseits: zweigeteilt, gesiedet, aufgespießt und von Kältewellen schockgefrostet.

Von der Sichtbarmachung des Grauens über die Befriedigung der Schaulust, vom befreienden Weinen bis zum Umgang mit dem Jenseitigen zeigt uns das Kino die unterschiedlichsten Facetten des Themas Tod.

Diese sollen in der Ringvorlesung beleuchtet und vorgestellt werden, quer durch Filmgenres und interdisziplinär.


Seminar & Übung: Genrekino: Western

Sommersemester 2007, zusammen mit Prof. Dr. Nohr

Der Western zählt vielleicht zu den urtypischste Filmgenres überhaupt: einer der ersten Spielfilme überhaupt war Edwin S. Porters Zwölfminüter "The Great Train Robbery" und Sergio Leone war der Meinung, dass jeder Regisseur als "Diplomfilm" einen Western zu realisieren habe. In der Vergangenheit des Blockbusterkinos als Material für unzählige Doublefeatures und Autokinos zwischen 1930 und 1960 zuhauf produziert, fristet das Genre inzwischen ein relatives Nischendasein, aus dem nur noch einzelne Filme wie "Dances with Wolves" oder "Brokeback Mountain" aufgrund von Oscargewinnen aufscheinen. Das Seminar möchte vor dem Hintergrund einiger Klassiker des Genres sowie auch "vergessenen Perlen" die Genretheorie vermitteln, aber auch dem Western immanente Diskurse wie Mythos, Landschaft, Grenze, das Fremde, Freiheit oder Gender verhandeln.


Seminar & Übung: Russische Stummfilme der 20er Jahre

Wintersemester 2006

Die Stummfilme der russischen Regisseure der 20er Jahre nehmen bis heute eine sehr wichtige Stellung in der Filmgeschichte ein. Zum einen, weil sie die Ausdrucksmöglichkeiten dieses damals noch recht jungen Mediums beträchtlich erweiterten, zum andern aber auch, weil ein Teil von Ihnen die praktische Filmarbeit in Manifesten und theoretischen Texten reflektierte. Im Seminar wollen wir einige zentrale Werke von Regisseuren wie Dziga Vertov, Lev Kulechov, Aleksandr Dovzhenko und Sergej Eisenstein eingehender analysieren und anhand der einzelnen Texte u.a. die Spanne zwischen Intention und Ergebnis genauer untersuchen. Das Seminar führt somit in die Filmanalyse und Medientheorie ein.


Projekt: Experimentelle Animation – Theorie und Praxis

Wintersemester 2006, 2005, 2004, zusammen mit Ute Heuer

Neben einer Einführung in die Filmtechnik und Geschichte des Trickfilms hat jede/r Teilnehmende die Gelegenheit, einen kurzen Trickfilm auf 16mm nach eigener Vorlage zu erstellen.